Hörtipp: Mendelssohn - Stringquartett
Lob aus New York
„Es kann während dieser Vermessung von Mendelssohns Streichquartetten schwierig zu erkennen sein, welches Instrument gerade spielt, so einheitlich sind die Musiker des Quatuor Van Kuijk in ihrer Interpretation und Vortragsweise“, urteilte die renommierte „New York Times“ und traf damit den Nagel auf den Kopf: Die klangliche Kompaktheit des Quartetts rund um Primgeiger Nicolas van Kuijk sucht ihresgleichen.
Brillante Facetten
Das Pariser Ensemble, das mit dem vorliegenden Album den zweiten und abschließenden Teil seines Mendelssohn-Zyklus vorlegt, bricht aber nicht nur in dieser Hinsicht eine Lanze für die bis heute gern unterschätzte Musik des romantischen Komponisten. Mit federleichtem Strich und einer quecksilbrigen Dynamik wird der emotionale Facettenreichtum dieses Kleinods zum Leuchten gebracht: In nur wenigen Takten können einem nachdenkliche, schalkhafte, tänzerische, elfenzarte oder spukhafte Töne begegnen. Während die Streichquartette Nummer zwei und drei aus Mendelssohns Opus 44 einen freundlichen Grundton vermitteln, verstört die Musik des späten f-Moll-Quartetts mit einer nahezu Beethoven’schen Schroffheit und Intensität. Kein Wunder, schrieb sich der Komponist hier doch die Trauer über den plötzlichen Tod seiner Schwester Fanny Hensel von der Seele – und schuf damit ein beklemmendes tönendes Denkmal.



