Hörtipp: Martinů & Stravinsky - Meister & Kammerkonzerte Innsbruck

Hörtipp: Martinů & Stravinsky

Aufnahmen / 13.1.2026

Für Bohuslav Martinů war die Violine nicht nur Herzens-Instrument, sondern auch Begleiter. Er spielte als Geiger in der Tschechischen Philharmonie, und es war die Geige, die ihn nach Paris führte. Die Stadt verzauberte ihn und wurde für 17 Jahre lang sein Zuhause, bevor ihn der Krieg über den Atlantik trieb. Widmungsträger seines dort entstandenen 1. Violinkonzerts war Samuel Dushkin. Der Starviolinist lobte das Werk und Martinů („Er hat ein ganz außergewöhnliches Gespür für die Geige.“), verlangte jedoch ständig mehr Änderungen an der Komposition, sodass diese (vorerst) unaufgeführt blieb.

Die Partitur ging verloren, wurde wiederentdeckt und schließlich 1973 von Josef Suk mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Georg Solti aus der Taufe gehoben. Zur Zeit der Entstehung des 1. Violinkonzerts arbeitete der oben erwähnte Dushkin mit Igor Strawinsky an einem Werk, das auf der Musik des Balletts „Der Kuss der Fee“ basierte. Gemeinsam schufen sie das reizvolle „Divertimento für Violine und Klavier“. 1943 war es Mischa Elman, ein weiterer Stargeiger, der Martinůs 2. Violinkonzert in Auftrag gab.
Mit einem neuen Blick auf Martinůs Violinkonzerte knüpfen Josef Špaček und PRSO-Chefdirigent Petr Popelka an ihr gefeiertes Album mit Martinůs Konzert für Violine, Klavier und Orchester (Supraphon, 2023) an und beweisen, dass es in der Musik von Martinů immer etwas zu entdecken gibt.