
Julian Kainrath | Lilya Zilberstein
Einführungsgespräch 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn
Programm
Edvard Grieg: Sonate Nr. 3 c-Moll op. 45 für Violine und Klavier
Johannes Brahms: Sonate A-Dur op. 100 für Violine und Klavier
Sergej Prokofjew: Suite aus „Romeo und Julia“ op. 64 (bearb. für Violine & Klavier)
Sergej Prokofjew: Sonate Nr. 2 D-Dur op. 94a für Violine und Klavier
Der junge Südtiroler Julian Kainrath sprüht nur so vor Leidenschaft. Und seine „geigerische Genealogie“ ist ebenso beeindruckend: Von der Odessa-Schule Piotr Stoliarskis (dem Lehrer David Oistrachs) über Dora Schwarzberg, zur russischen Schule Oistrachs durch Boris Kuschnir in Graz, bis hin zur franko-belgischen Tradition Eugène Ysaÿes, die er heute durch Marc Bouchkov am Königlichen Konservatoriumin Lüttich erfahren darf.
Kainrath kommt mit zwei Meilensteinen der Geigenkunst nach Innsbruck, die praktisch zur gleichen Zeit entstanden sind. Zunächst erklingt Edvard Griegs Sonate Nr. 3, die hauptsächlich im Jahr 1886 komponiert, dann aber erst am 11. Dezember 1887 im Leipziger Gewandhaus erstmals vor Publikum erklungen ist – mit dem Komponisten am Pianoforte und Adolph Brodsky an der Violine, der einige Jahre zuvor bei der Wiener Uraufführung von Tschaikowskys Violinkonzert den Solopart übernommen hatte. Abgelöst wird sie von Johannes Brahms’ Sonate A-Dur op. 100, die wegen ihres Entstehungsortes mitunter auch „Thuner Sonate“ genannt wird und als ein für ihren Schöpfer ungewöhnlich heiteres Werk daherkommt, in dessen Kopfsatz mehrere Liedzitate eingebaut sind.
Der Geiger David Oistrach hat aber nicht nur Einfluss auf Julian Kainraths künstlerischen Werdegang genommen. Er war es auch, der Sergej Prokofjew einst nahelegte, von seiner 1943 entstandenen Sonate für Flöte und Klavier D-Dur op. 94 eine Violinfassung zu erstellen. In unserem Kammerkonzert erklingt eben diese – wie auch das gesamte Programm, das die für Violine und Klavier bearbeitete Suite aus dem Ballett „Romeo und Julia“ enthält – mit der in Wien lebenden Lilya Zilberstein am Pianoforte.


